Gleich zwei Lovecraft-Texte bietet die aktuelle, 6. Ausgabe des Zwielicht, des mehrfach preisgekrönten Magazins für unheimliche Literatur. Einmal gedenkt Katharina Bode dem 125. Geburtstag des Schriftstellers aus Providence; zum anderen verschwindet Michael Tillman „Mit Lovecraft auf dem Bahnhofsklo“. Aus dem er mit interessanten Einsichten wieder zurückkommt.

Deutschlands einziges Phantastik-Magazin in Buchform

Vorab einige Worte zum Zwielicht. Das in kompakter Buchform erscheinende Magazin ist ein Projekt mit Alleinstellungsmerkmal in Deutschland, herausgegeben von Michael Schmidt und Achim Hildebrand. In einer gut durchwachsenen Mischung präsentieren die beiden Kurzgeschichten sowie sachliche Artikel rund um die phantastische Literatur. Der Schwerpunkt liegt dabei auf der klassischen und modernen Phantastik.

125 Jahre Howard Phillips Lovecraft –Through the Gates of life & fiction

Kann für den kompletten Band eine Empfehlung ausgesprochen werden, soll an dieser Stelle der Schwerpunkt auf H. P. Lovecraft liegen. Katharina Bode lässt in „125 Jahre Howard Phillips Lovecraft –Through the Gates of life & fiction“ die Jahre seit der Geburt des schreibenden Gentleman an uns vorüberziehen. Einmal mehr betont sie dessen Einfluss auf die populäre Kultur und stellt interessante Phänomene der jüngeren Zeit vor. Darunter sticht natürlich die Aufnahme in die renommierte „Library of America“ heraus. Bode berücksichtigt dabei ebenfalls relativ neue und wirkungsmächtige Arbeiten, die nachhaltig zur Popularisierung Lovecrafts beitrugen (Stephen Jones, Stephen King, S. T. Joshi etc.).

Mit Lovecraft auf dem Bahnhofsklo

Ganz anders nähert sich Michael Tillmann Lovecraft bzw. dem Kult, der sich um ihn gebildet hat. Ohne Scheu vor Unaussprechlichem unterzieht Tillmann das Bahnhofsklo seiner Wahl einer eingehenden Betrachtung und schlägt von hier aus fantasievolle Bögen zu seinem Thema. „Eine kleine, nach Fäkalien riechende Spötterei“ – so der Untertitel – zielt dann auf gewisse Veröffentlichungen im Dunstkreis Lovecrafts, die Tillmann freimütig zur Diskussion stellt. Ob sich die Verstopfung, mit der der Autor in seine Satire einsteigt, am Ende löst – sei hier noch nicht verraten!

Zwielicht 6 im Überblick

  • Cover: Björn Ian Craig
  • Illustrationen: Oliver Pflug

Geschichten

  • Christian Weis – Kleiner Vogel, flieg!
  • Henrike Curdt – Das letzte Müsli
  • Jörg Kleudgen – Penventinue
  • Tanja Hanika – Schorchengeist
  • Jerk Götterwind – Ich liebte ein Zombiemädchen
  • Sascha Lützeler – Absurde Logik
  • Lothar Nietsch – Zertifiziert
  • Marcus Richter – Whatever really Happened to Little Albert
  • Tanja Wendorff – Das Huhn auf dem Klavier
  • Michael Tillmann – Mit H. P. Lovecraft auf dem Bahnhofsklo
  • Algernon Blackwood – Max Hensig

Artikel

  • Katharina Bode – 125 Jahre Howard Phillips Lovecraft – Through the Gates of life &Fiction
  • Daniel Neugebauer – ?! oder ein Blick auf Jonathan Carrolls magischen Realismus
  • Eric Hantsch – Bruno Schulz: Die Mythologie der Häresie

Partnerlink

Ihr braucht neuen Lesestoff? Der Hinweis hat euch Lust auf Zwielicht 6 gemacht? Falls Ihr Euch den Band zulegen wollt, freuen sich die Arkham Insiders, wenn Ihr das über den folgenden Link tut. Wir erhalten dann eine kleine Provision, Euch entstehen natürlich keine zusätzliche Kosten. Vielen Dank!

Zwielicht erscheint als Taschenbuch bei Saphir im Stahl, das E-Book beim VSS Verlag. 370 Seiten, Verkaufspreis 12,95€. Zwielicht 6: Das deutsche Horrormagazin – Band 6